Installation OpenSUSE Linux auf Notebooks Dell Latitude D620 & D820
Seit Ende März 2006 sind die neuen Dell Notebooks der Serie Latitude Dx20 mit Intel Core Duo Prozessoren erhältlich. Naheliegend war natürlich eine Testinstallation des Betriebssystems OpenSUSE Linux auf diesen Geräten mit neuem Prozessor, neuem Intel Chipsatz und weiteren neuen Hardware-Komponenten.
Die Standardinstallation von SuSE Linux 10.0 funktioniert ohne Probleme, leider wurden einige Hardwarekomponenten zum Zeitpunkt des durchgeführten Tests (Anfang Mai 2006) nicht oder nur sehr rudimentär unterstützt.
Am 11. Mai 2006 wurde die neueste Version 10.1 von OpenSuSE freigegeben. Bei der Installation von OpenSuSE 10.1 ergaben sich keinerlei Probleme. Der Grafik-Chipsatz wird sofort erkannt. Auch die WLAN-Karte wird sofort nach der Installation unterstützt. Tests bezüglich der Funktionsfähigkeit des WLAN-Chips haben ergeben, dass zwar alle Open-Source-Bestandteile des Treibers mitgeliefert werden. Einzig der Daemon zum Laden der Firmware ist nicht mit dabei. Unsere Empfehlung deshalb: Gleich auf die aktuelle Version 10.1 umsteigen.
| Prozessor | Intel Core Duo 1,66GHz |
| RAM | 1024 MB |
| Chipsatz | i945GM |
| Grafikkarte | Intel i950 onboard |
| Display | WSXGA+ (1680 x 1050), 16:10 |
| Festplatte | 100 GB (S-ATA) |
| DVD-RW | NEC ND-6650A |
| Soundkarte | Intel 82801G |
| Firewire | O2 Micro (nicht getestet) |
| Netzwerk | Broadcom NetXtreme BCM5752 |
| WLAN-Adapter | Intel ipw3945bg |
| Bluetooth | Modul installiert |
Konfiguration des X-Servers
Der X-Server erzeugt unter Linux die grafische Oberfläche. Hier werden auch die Auflösungen und die Farbtiefe festgelegt. Nach der Standardinstalltion bekommt man nur eine Auflösung von 800x600 mit 16 Bit Farbtiefe. Auch wird nicht der eigentliche Grafikkarten-Treiber verwendet, sondern das Framebuffer-Device. Für den verbauten i945-Chipsatz von Intel ist noch kein Treiber verfügbar.
Nach der Installation auf die Console wechseln, und sich als root einloggen. Anschließend den Runlevel auf 3 ändern:
init 3
Da es Probleme beim Starten des X-Servers gibt, wenn ein Treiber doppelt vorkommt, muss zuerst der Link für den Nvidia-Treiber entfernt werden.
rm /usr/X11R6/lib/modules/drivers/nvidia_drv.o
Anschließend kann man den X-Server sich selbst konfigurieren lassen, damit er die optimalen Einstellungen für diese Kombination an Hardware auswählt.
X -configure
Dies legt eine Konfigurationsdatei /root/xorg.conf.new an.
Nun wird getestet, ob die Konfiguration passt und lauffähig ist.
Um den X-Server zu beenden die Tastenkombination Strg+Alt+Backspace drücken.
X -config /root/xorg.conf.new
Wenn alles funktioniert hat, kann man die neue Konfiguration umkopieren.
cp /root/xorg.conf.new /etc/X11/xorg.conf
Wer es sich einfach machen will, kann die
xorg.conf nehmen, die ich bei meinen Test erstellt habe.
Intel hat einen proprietären Treiber für die onboard Grafikkarte des i945-Chipsatzes veröffentlicht. Die Tests haben allerdings ergeben, dass dieser Treiber nicht verwendbar ist, da es für aktuelle Distributionenen kein vorkompiliertes Kernel-Modul gibt. Wer SuSE Linux 9.2 und 9.3 verwendet, kann sich das RPM von der Intel-Webseite herunterladen und installieren.
Konfiguration des WLAN-Adapters
Die Konfiguration der WLAN-Karte ist etwas umständlich und verlangt Verständnis vom Kompilieren von Source-Code.
Zum Kompilieren benötigt man die Sources des Kernels und den GNU C-Compiler gcc.
Es wurden hier nicht die aktuellsten Pakete verwendet, da diese nicht einwandfrei miteinander funktionieren.
Folgende Pakete wurden verwendet. Das IEEE80211 Subsystem inder Version 1.1.12 und der Treiber in Version 1.0.2. Man kann auch aktuellere Pakete verwenden, doch muss dan selbst Hand angelegt werden.
IEEE80211 Subsystem
ipw3945-Chipsatz Treiber
ipw3945-Firmware Version 1.13
ipw3945-Daemon Version 1.7.18
Für OpenSuSE 10.1 benötigt man nur den ipw3945-Daemon.
Zuerst kopiert man die Kernel-Konfiguration zu den Kernel-Sourcen.
cp /boot/config-$(uname -r) /usr/src/linux/.config
Zur Installation werden einige Dateien benötigt die eigentlich erst beim Kompilieren des Kernels übersetzt werde würden. Dies ist allerdings nicht notwendig, also wird der Kompiliervorgang kurz gestarten und dann wieder beendet.
cd /usr/src/linux
make
Nach etwa 5 Sekunden kann man den Vorgang mit Strg+c abbrechen.
Zuerst wird das ieee80211 Subsystem installiert, da der Treiber darauf aufsetzt.
tar -xzf ieee80211-1.1.12.tgz
cd ieee80211-1.1.12
make KSRC=/usr/src/linux
make install KSRC=/usr/src/linux
Anschließend wird der Treiber des WLAN-Chipsatzes erstellt und an die geeignete Stelle im Verzeichnisbaum kopiert.
tar -xzf ipw3945-1.0.2.tgz
cd ipw3945-1.0.2
make KSRC=/usr/src/linux
cp ipw3945.ko /lib/modules/$(uname -r)
depmod -a
Als nächstes muss die Firmware installiert werden.
tar -xzf ipw3945-ucode-1.13
cp ipw3945-ucode-1.13/ipw3945.ucode /lib/firmware
Zu guter letzt noch den Userspace-Daemon zum Starten des WLAN-Interfaces. Diese Installation ist für OpenSuSE 10.1 auch notwendig.
tar -xzf ipw3945d-1.7.18.tgz
Für x86-Architekturen:
cp ipw3945d-1.7.18/x86/ipw3945d /sbin
Für x86_64-Architekturen:
cp ipw3945d-1.7.18/x86_64/ipw3945d /sbin
Damit das Modul beim Systemstart geladen wird, muss folgende Zeile in die Datei /etc/modprobe.conf.local eingefügt werden.
install ipw3945 /sbin/modprobe --ignore-install ipw3945; sleep 0.5; /sbin/ipw3945d --quiet
Nach einem Neustart wird das Modul automatisch geladen. Um es jetzt noch verwenden zu können, muss an der Seite des Notebooks der Schieberegler zum Einschalten des WLAN-Adapters betätigt werden. Dies kann im BIOS geändert werden, dass die WLAN-Karte standardmäßig gestartet wird. Anschließend lässt sich die Karte mittels iwconfig konfigurieren.



