Deutscher Multimedia Award 2005
Sonderpreis Barrierefreiheit
Bereits zum zehnten Mal vergab der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW)
e.V., der Deutsche Multimedia Kongress (DMMK) und der Kommunikationsverband
den Deutschen Multimedia Award (DMMA) für herausragende deutschsprachige
Internetanwendungen. Als bundesweit einziges Hochschulrechenzentrum wurde das
Regionale Rechenzentrum Erlangen (RRZE) in einer Feierstunde am 28. Juni in
Berlin im Rahmen der Vergabe des Sonderpreises Barrierefreiheit mit dem dritten
Platz ausgezeichnet. Als Sieger ging das Landesportal Baden-Württemberg
hervor, Rang 2 belegte der Webauftritt der Tagesschau. 
Mehr als 350 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Sparten wetteiferten seit dem 28. Januar 2005 in den Kategorien Werbung/PR, Information, Unterhaltung, Vertriebsunterstützung/E-Commerce und Interaktive Services um eine Auszeichnung, die für die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit interaktiver Medien steht. Weitere Einreichungen erfolgten in den auf innovative technologische Plattformen abzielende Kategorien Mobile Anwendungen, Kiosksysteme/Interaktive Rauminstallationen, E-Mail und Interaktives TV. Insgesamt wurden 33 eingereichte Beiträge und Vorschläge nominiert. Weitere elf Beiträge kamen ins Finale um den Sonderpreis Barrierefreiheit. Neu in der Geschichte des DMMA war die Auslobung der skurrilsten Webseite. Ein weiterer Sonderpreis wurde, wie bereits im letzten Jahr für den "Kunden des Jahres" vergeben.
Mit der erneuten Ausschreibung des Sonderpreises Barrierefreiheit honorierten die Veranstalter des DMMA die wachsende Bedeutung des Themas im Internet. "Die Beiträge zeigen, dass das Thema auch in der Freien Wirtschaft angekommen ist. Internetauftritte für alle Nutzer zugänglich zu machen, bedeutet eben auch die Erschließung neuer Zielgruppen" erklärt Michael Zapp (Dias GmbH), der die Sonderprüfung innerhalb des DMMA-Partnerprojekts BIK (Barrierefrei Informieren und Kommunizieren) koordiniert hat.
Dass barrierefreie Webseitengestaltung am RRZE bereits seit über zwei Jahren sehr ernst genommen wird, bestätigt auch der Webauftritt. Seit April 2004 präsentiert sich der IT-Dienstleister in komplett neuer Optik und mit verbesserter Technik. Eine mustergültige Umsetzung der Kriterien der Barrierefreiheit sowie uneingeschränkte Zugänglichkeit für alle Nutzer wird dem RRZE dementsprechend auch vom Expertenteam des BIK bescheinigt. Barrierefrei gestaltete Internetpräsenzen zeichnen sich nicht nur durch ein klares Design und eine übersichtliche Struktur aus, sondern lassen sich auch mit älteren Browsern oder mobilen Geräten aufrufen und schnell aufbauen. „Menschen mit Behinderung müssen die gleiche Chance haben sich zu informieren und zu kommunizieren – ob sie nicht oder nur eingeschränkt sehen können, schlecht hören, keine Maus verwenden oder auf spezielle Technik angewiesen sind.“, so Michael Zapp vom Projekt BIK.
Die Macher der RRZE-Website sind sich einig: Der errungene dritte Platz ist
ein herausragender Erfolg, berücksichtigt man die komplexe Struktur ihrer
Internetpräsenz und die Tatsache, dass bei der Ermittlung der Preisträger
für den Sonderpreis neben den Vorgaben zur Barrierefreiheit auch ganz allgemeine
Bewertungskriterien wie gutes Aussehen, interessante Gestaltung und angenehme
Benutzbarkeit berücksichtigt wurden. In diesem Zusammenhang spielt auch
das Design eine wesentliche Rolle, für das die Bremer Webdesignerin Cornelia
Lange (
www.clkm.de) gewonnen werden konnte.
„Die Website des Rechenzentrums zeigt viele interessante Lösungsansätze,
erfüllt aber auch die alltäglichen Anforderungen der Barrierefreiheit
sehr konsistent und durchgängig“, so die Meinung der Juroren. Neben
den drei Preisträgern standen auf der Finalistenliste unter anderem auch
die Gesellschaft für Medien & Kommunikation, das Gebärdenwerk
oder die NetBank.
Die Anforderungen für das Erreichen der Endrunde waren hoch: Die Beiträge wurden einem vierstufigen Auswahl- und Bewertungsverfahren unterzogen und um in die Shortlist zu kommen, mussten im BITV-Kurztest mindestens 95 Punkte und eine Bewertung als "sehr gut zugänglich" erreicht werden. Erstmals bestand auch die Möglichkeit, auf Basis einer Rückmeldung Verbesserungen vorzunehmen. Sie wurde sehr gut angenommen.
Gute Qualität muss nicht immer teuer sein: „Auch bei knappem Budget ist es möglich, mit einem engagierten Team einen komplexen Webauftritt zu gestalten, nachhaltig zu betreuen und die Verordnungen und Regeln zur Barrierefreiheit umzusetzen“, verdeutlicht Wolfgang Wiese, Leiter des Webteams am RRZE. Es darf auch vermutet werden, dass der Webauftritt des RRZE unter allen Kandidaten einer der kostengünstigen, wenn nicht so gar der kostengünstigste ist.
Für das Webteam des RRZE ist eine Erfahrung besonders wichtig: Das Primat der Barrierefreiheit führt zu einer zeitsparenden und damit kostengünstigeren Administration und mehr Interaktivität. Dies hat wiederum eine größere Aktualität zur Folge.
Bei derzeit über 400 Webauftritten von Einrichtungen der FAU, die auf den RRZE-Servern verwaltet werden, ist diese Auszeichnung sicherlich auch für andere innerhalb und außerhalb der Hochschule Motivation und Ansporn, dem Thema Barrierefreiheit zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Die FAU und das RRZE werden ihren Beitrag dafür auch gerne weiterhin leisten.



